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Neue Alt-Ermittler leisten wertvolle Pionier-Arbeit

Pressekonferenz Cold Case-Ermittler beginnen ihre Arbeit
Neue Alt-Ermittler leisten wertvolle Pionier-Arbeit
28 Ermittler – 1000 Jahren Berufserfahrung
Nordrhein-westfälischer Innenminister Herbert Reul begrüßt Cold Cases-Unterstützungskräfte
LKA NRW

Ungeklärte Mord- und Tötungsdelikte der vergangenen 50 Jahre, sogenannte Cold Cases, werden in Nordrhein-Westfalen durch eine deutschlandweit einzigartige Organisationseinheit erneut aufgearbeitet. Dafür konnte das Landeskriminalamt NRW, das die Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Cold Cases“ eingerichtet hat, 28 ehemalige Ermittlerinnen und Ermittler gewinnen.

Herbert Reul, Innenminister des Landes NRW, begrüßte die ehemaligen Todesermittler, Kommissariatsleiter, Vermisstensachbearbeiter sowie Experten aus der Kriminaltechnik am 22. November 2021 im LKA und ließ sich von Kriminaldirektor Colin B. Nierenz, Leiter der BAO „Cold Cases“, das Ziel und das Vorgehen erläutern. „Sie sind Pioniere und ich bin zuversichtlich, dass Sie die Fälle beherzt anpacken werden“, zeigte sich Herbert Reul von der neuen Herangehensweise und dem Ermittlerdrang der Cold Cases-Unterstützungskräfte im Alter zwischen 62 und 65 Jahren beeindruckt. „Der Erfahrungsschatz, auf den Sie zurückgreifen können, ist der Wahnsinn: Rechnet man jeweils 40 Dienstjahre mal bald 28 Ermittler, dann kommt man auf mehr als 1000 Jahre Erfahrung.“


Mit dieser Erfahrung widmen sich dann insgesamt 27 ehemalige Ermittler und eine ehemalige Ermittlerin den alten, ihnen zugewiesenen Fällen aus den Jahren 1970 bis 2015, bei denen Tötungsdelikte nicht abschließend aufgeklärt werden konnten. „Es handelt sich um über 1100 Fälle“, informiert der Erste Kriminalhauptkommissar Andreas Müller, Leiter des LKA Sachgebietes „operative Fallanalyse“. Er hat den Prozess von Beginn an begleitet und zur Errichtung einer Cold Cases-Datenbank beigetragen. Die Aufgabe der neuen Alt-Ermittler ist es, sich einen Überblick über den aktuellen Sachstand zu verschaffen, die Akten zu digitalisieren, Asservate zu begutachten, Aufklärungschancen zu erkennen und Ermittlungskonzepte zu erarbeiten. „Arbeit, die aufwändig ist und gewissenhaft mit Präzision vorgenommen werden muss“, weiß Andreas Müller. Sofern sich neue Ermittlungsansätze ergeben, übernimmt die örtlich zuständige Kriminalpolizei die weitere Fallbearbeitung.


Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, mit denen auch nach Jahren oder Jahrzehnten noch Tathergänge rekonstruiert werden können oder der Kreis der potentiellen Täter möglicherweise eingeschränkt werden kann. „Mord verjährt nicht“, betont Kriminaldirektor Colin B. Nierenz. „Hinter jedem unaufgeklärten Tötungsdelikt stehen aber nicht nur ein oder mehrere Täter, die noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden - vor allem sind es Neue Alt-Ermittler leisten mit ihren über 1000 Jahren Berufserfahrung wertvolle Pionier-Arbeit Nordrhein-westfälischer Innenminister Herbert Reul begrüßt Cold Cases-Unterstützungskräfte Pressestelle die Angehörigen der Opfer, die den Verlust eines geliebten Menschen verarbeiten müssen.“ Mit der BAO „Cold Cases“ möchte man der Aufgabe der Polizei - alle Möglichkeiten zu nutzen, um den Hinterbliebenen Gewissheit zu geben - gerecht werden. „Dabei gehen wir nach folgendem Grundsatz vor: Wir suchen nicht nach alten Fehlern, sondern nach neuen Chancen.“ Der enorme Fortschritt bei den kriminaltechnologischen Untersuchungen macht es möglich, neue Ansätze für weitere Ermittlungen zu finden. Fingerabdrücke, Speichelproben und weitere Spuren, die vor Jahrzehnten gesichert worden sind, können heute dank moderner Methoden Aufschluss geben.


„Diese einmalige Ermittlungsgruppe hat die Zeit, sich intensiv und ausschließlich in die alten Fälle reinzuknien und damit unsere Mordermittler und Mordermittlerinnen in den Polizeibehörden zu unterstützen“, sagt Ingo Wünsch. Dies führt auch zu einer Entlastung der Todesermittler in den Polizeibehörden. Auch der Chef des Landeskriminalamtes NRW ist von dem neuen Ansatz, mit pensionierten Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten, überzeugt. Damit diese neu gewonnenen Unterstützungskräfte jeweils unvoreingenommen und mit neutralem Blick arbeiten können, wird ausgeschlossen, dass ihnen Fälle zugewiesen werden, an deren Ermittlungen sie bereits im Zuge Ihrer vorherigen Tätigkeit beteiligt waren. Bevor es an die Akten ging, haben die Neulinge zudem eine vom LKA konzipierte Auffrischungswoche durchlaufen. In dieser wurden sie über neue Ermittlungsmethoden unterrichtet und in die Bearbeitungsstruktur eingewiesen.

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