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Forschungsprojekte der KKF

Schatten von Personen
Forschungsprojekte der KKF
Hier finden Sie aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte.
LKA NRW
Sexuelle Gewalt gegen Frauen

Das umfangreiche Forschungsprojekt beschäftigt sich mit sexueller Gewalt gegen Frauen durch männliche Einzeltäter und Gruppen. Zum Tatzeitpunkt gab es keine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Im Fokus stehen dabei Fälle sexueller Nötigung und Vergewaltigung gemäß § 177 StGB.

Das Projekt hat sechs Ziele:

  1. Es analysiert die Kriminalitätslage und -entwicklung wird – auch vor dem Hintergrund der strafrechtlichen Gesetzesänderungen im Jahr 2016 – analysiert.
  2. Es betrachtet Opfer-, Tat- und Tätermerkmale sowie Zusammenhänge und Wirkmechanismen zwischen diesen Merkmalen. Dabei strebt das Projekt beispielsweise an, voneinander unterscheidbare Tat- und Tätertypen zu identifizieren und gegenüberzustellen, Zusammenhänge zwischen kriminellen Karrieren und dem Verhalten der Täter bei der Tatdurchführung zu überprüfen und Zusammenhänge zwischen der Gegenwehr der Opfer mit Tatabbrüchen bzw. Gewalteskalationen zu untersuchen. Von Interesse sind zudem räumliche Faktoren wie die Entfernungen, die Täter zwischen dem Tatort und den sonstigen Bezugspunkten zurücklegen oder der Einfluss der Wohndauer auf die Wahl des Tatorts.
  3. Es analysiert die polizeiliche Sachbearbeitung bei Sexualstraftaten gegen Frauen. Im Fokus steht die Art und Weise, wie die Polizei Informationen im Kontakt mit Opfern, Tatverdächtigen und Zeugen gewinnt, aktuelle Probleme im polizeilichen Umgang mit Sexualdelikten sowie Veränderungen in der polizeilichen Sachbearbeitung in Folge der Gesetzesänderungen im November 2016.
  4. Es analysiert die Zuverlässigkeit von Opferaussagen. Mittelpunkt sind ermittlungsrelevante Merkmale von Opferaussagen, z. B. Alters- und Größenschätzungen, sowie die Informationsmenge und -genauigkeit.
  5. Es untersucht, inwieweit Opferrechte im Strafverfahren berücksichtigt und wie Opferschutzmaßnahmen seitens der Opfer bewertet werden. Das Projekt betrachtet die Wünsche und Bedürfnisse der Opfer mit Blick auf das Strafverfahren sowie Belastungen, denen die Opfer im Kontext der Strafverfolgung ggf. ausgesetzt sind.
  6. Schließlich untersucht das Projekt die im Kontext der Studie verwendeten Daten – beispielsweise polizeiliche Daten und staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten – zu ihrer Aussagekraft und Qualität.

Um diese Ziele zu erreichen, verwenden die Projektmitglieder unterschiedliche Datenbestände und Forschungsmethoden. Sie werten staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten, polizeiliche Daten (PKS, ViVA, IGVP, ViCLAS), Daten des Bundeszentralregisters und der Melderegister aus. Außerdem führen sie Interviews mit Opfern, der polizeilichen Sachbearbeitung, dem psychologischen Dienst der Justizvollzugsanstalten und Maßregelvollzugseinrichtungen des Landes NRW, sowie Gruppendiskussionen mit Experten der Bereiche Opferschutz und strafrechtliche Ermittlungsverfahren.

Bereits im Jahr 2005 führte die KKF Forschung zu sexueller Gewaltkriminalität in Nordrhein-Westfalen durch. Ergebnisse aus diesem Projekt finden Sie in dem folgenden Bericht:

Sexuelle Gewaltkriminalität in Nordrhein-Westfalen (2005)

Wissensbörse „Religiös motivierter Extremismus“

Die Wissensbörse strebt den Transfer wissenschaftlicher Theorien und Erkenntnisse in die polizeiliche Praxis an.

Islamistisch motivierter internationaler Terrorismus ist eine Bedrohung für die Bürgerinnen und Bürger Nordrhein-Westfalens sowie der gesamten Bundesrepublik. Islamistischer Extremismus erfährt daher in der jüngsten Zeit in unterschiedlichen Kontexten – zum Beispiel der medialen Berichtserstattung, der Politik oder der wissenschaftlichen Forschung – erhöhte Aufmerksamkeit. Auch in unterschiedlichen Sach- und Aufgabengebieten des LKA NRW sowie den nordrhein-westfälischen Kreispolizeibehörden – etwa im Staatsschutz, im Bereich Cybercrime oder in der Prävention – hat das Thema hohe Relevanz.

Wissenschaftliche Erkenntnisse bereichern die Arbeit in diesen polizeilichen Arbeitsfeldern. Sie sind Grundlage für eine qualifizierte polizeiliche Aus- und Fortbildung und tragen dazu bei, polizeilichen Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen, polizeiliche Gefahrenabwehr, Kriminalprävention und Opferschutz zu optimieren. Darüber hinaus können Forschungsbefunde in die Auswertung, Analyse und Lagedarstellung der Polizei einbezogen werden.

Aus diesem Grunde hat das LKA NRW die „Wissensbörse" zum Thema religiös motivierter Extremismus mit dem Fokus auf islamistischen Extremismus ins Leben gerufen. Sie soll wissenschaftliche Erkenntnisse für die polizeiliche Praxis nutzbar machen und die polizeiliche Arbeit damit unterstützen.

Forschung zum Thema Wohnungseinbruch

Die Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle des Landeskriminalamtes NRW hat sich im Kontext von Forschungs- und Analyseprojekten intensiv mit dem Phänomen Wohnungseinbruch beschäftigt. Im Rahmen einer hypothesenprüfenden Strukturanalyse untersuchte sie zunächst Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik. Auf Grundlage von Daten aus dem Kriminalitätsmonitor NRW veröffentlichte sie 2015 einen Bericht mit Dunkelfelderkenntnissen zu dem Phänomen. 2014 bis 2017 führte die KKF zudem das europaweit umfangreichste Forschungsprojekt zum Thema Wohnungseinbruchsdiebstahl durch.

Forschungsprojekt Wohnungseinbruchdiebstahl

Kriminalitätsmonitor NRW - Wohnungseinbruch

Wohnungseinbruch - Strukturanalyse Teil 1

Wohnungseinbruch - Strukturanalyse Teil 2

Broschüre "10 Fakten aus der Forschung"

Neonatizid

2015 veröffentlichte die KKF umfassende Forschungsbefunde zur Tötung von Neugeborenen (Neonatizid).

Artikelseite:

Dazu wertete die KKF bundesweite Ermittlungsakten unter besonderer Berücksichtigung polizeilicher Ermittlungsansätze aus.

Im Rahmen des Projektes untersuchte sie gesicherte Fälle von Neonatizid und wertete sämtliche im Datenmaterial verzeichneten Säuglingsfunde kriminalistisch aus. Zudem stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen einer Sonderauswertung Aspekte der Operativen Fallanalyse im Kontext von Neonatiziden dar. Die Analysen eröffnen die Möglichkeit, Entscheidungen über Ermittlungsmaßnahmen an empirischen Ergebnissen anstatt an bloßen Annahmen oder gar Mythen zum Phänomen Neonatizid auszurichten. So können aus den Ergebnissen beispielsweise Hinweise auf mögliche Ankerpunkte oder Merkmale der Kindsmütter gewonnen werden.

Bericht Neonatizid

Gewalteskalation in Paarbeziehungen (2009/2010)

Ziel des Projektes ist es, Einflussfaktoren und Merkmale der Konfliktdynamik von schwerer Beziehungsgewalt bis hin zu Tötungsdelikten zu analysieren, um aus
diesen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für die polizeiliche Gefährdungsanalyse und das Gefahrenmanagement abzuleiten.

Kurzfassung und Manual für die polizeiliche Praxis

Abschlussbericht

Evaluation der Maßnahmen - Kurzfassung

Evaluation der Maßnahmen - Abschlussbericht

Wissenschaftliche Evaluation ausgewählter Intensivtäterprojekte (QS durch Evaluation/2010)

Junge Mehrfach- und Intensivtäter (jMIT) gelten als eine Personengruppe, die eine besondere kriminalpolitische Herausforderung darstellt. Ziel der vorliegenden Arbeit war die vergleichende Evaluation der unterschiedlichen Konzepte mehrerer Kreispolizeibehörden (KPB) in Nordrhein-Westfalen zum Umgang mit jMIT. Hierzu wählte die KKF vier Kreispolizeibehörden (KPB Bochum, KPB Mönchengladbach, KPB Warendorf und KPB Wuppertal) aus. Die Auswahl erfolgte unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte wie Struktur der Polizeibezirke/Behörden, Höhe der Mehrfachtatverdächtigenbelastungszahl (MTVBZ) sowie spezifischen konzeptuellen Besonderheiten. Die Untersuchungsmethode gliedert sich grob in eine Prozessevaluation und eine Wirkungsevaluation. Bei der Prozessevaluation steht die praktische Umsetzung der Konzepte im Vordergrund. Die Wirkungsevaluation dient vor allem der Analyse der Wirksamkeit dieser praktischen Umsetzung.

Abschlussbericht

Kurzfassung des Abschlussberichtes

Ländervergleichende Analyse von Aufklärungsquoten (2012)

Die Aufklärungsquoten über alle Delikte sowie für einzelne Delikte fallen je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus. Die Unterschiede der Aufklärungsquoten über alle Delikte zwischen den Ländern sind nahezu vollständig auf Unterschiede der Deliktsstruktur zwischen den Ländern zurückzuführen. Je nach Anteil der Delikte am Fallaufkommen, die generell leichter zu ermitteln sind, fällt die Aufklärungsquote über alle Delikte unterschiedlich hoch aus.
Die deliktsspezifischen Unterschiede der Aufklärungsquoten zwischen den Ländern erklären sich zu einem erheblichen Anteil durch das unterschiedliche Fallaufkommen: Dieser  Zusammenhang dürfte wiederum auf  Kriminalitätsformen zurückzuführen sein, die generell schwerer zu ermitteln sind, z. B. international agierende oder professionell arbeitende Täter.
Hingegen liegt insgesamt kein Hinweis darauf vor, dass Aufklärungsquoten das Fallaufkommen beeinflussen, da sie z. B. eine abschreckende Wirkung entfalten.

Naplava,  Thomas/  Kersting,  Stefan/  Krahwinkel,  Friedhelm  (2012):  Ländervergleichende  Analyse  von  Aufklärungsquoten.  Düsseldorf:  Landeskriminalamt  Nordrhein-Westfalen.

Alters- und Größenschätzungen durch Tatzeugen – Eine empirische Untersuchung zu Einflüssen die auf Zeugenschätzungen einwirken (2011)

Für die polizeiliche Ermittlungs- und Fahndungsarbeit sind die von Zeugen abgegebenen Alters- und Größenangaben von großer Bedeutung. In erster Linie sollen sie dabei helfen, den Kreis der Verdächtigen einzugrenzen; für Fahndungsmaßnahmen im unmittelbaren Anschluss an eine Tat sind sie sogar unverzichtbar.
Einerseits haben Alters- und Größenangaben im Rahmen von Zeugenvernehmungen besonderes Gewicht, da es sich um (vermeintlich) harte Fakten handelt. Andererseits handelt es sich bei diesen Angaben naturgemäß immer um Schätzungen, die mehr oder weniger zutreffend sein können.

Untersuchungsbericht

Amoktaten - Forschungsüberblick unter besonderer Beachtung jugendlicher Täter im schulischen Kontext (2007)

Bei Amoktaten handelt es sich – vergleichbar dem Serienmord – um extrem seltene, im Einzelfall aber teilweise opferreiche und vor allem sehr spektakuläre kriminelle Ereignisse. Aufgrund der fehlenden verbindlichen Definitionskriterien fällt es schwer, verlässliche Zahlen zur Häufigkeit bzw. Prävalenz von Amoktaten zu geben.
Grundsätzlich können Amoktaten an einer Vielzahl von Orten und in den verschiedensten Kontexten stattfinden. Dabei wird angenommen, dass die Tatorte häufig einen mehr oder minder direkten Bezug zu einer Kränkung oder Ähnlichem aufweisen (vgl. Weilbach, 2007). Die aktuell diskutierten School Shootings stellen dabei ein relativ neues Phänomen dar. Robertz (2004) berichtet für den Zeitraum vom ersten dokumentierten Vorfall 1974 in Olean im US-amerikanischen Bundesstaat New York bis Ende 2002 insgesamt 75 Fälle weltweit, wobei 62 in den USA, vier in Deutschland, vier in Kanada und fünf in anderen Ländern stattfanden.

Abschlussbericht

Junge Mehrfachtatverdächtige in NRW - Eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik 1994-2003 (2005)

Die Bekämpfung der Jugend- und Gewaltkriminalität bildet einen besonderen Schwerpunkt der Aufgabenerfüllung der Polizei Nordrhein-Westfalen. Seit 2001 ist insbesondere die Reduzierung der Anzahl der unter 21-jährigen Mehrfachtatverdächtigen ein wesentliches Ziel polizeilicher Arbeit. Junge Mehrfachtatverdächtige werden in diesem Rahmen verstärkt Adressaten präventiver und repressiver Maßnahmen.
Die vorliegende Sonderauswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik Nordrhein-Westfalen liefert vor diesem Hintergrund einen Überblick über Umfang, Struktur und Entwicklung der Gruppe junger Mehrfachtatverdächtiger.

Abschlussbericht Auswertung der PKS 1994-2003

Mädchenkriminalität und Mädchengewalt in NRW (2011) – Eine Analyse der Polizeilichen Kriminalstatistik

Eine besondere mediale Aufmerksamkeit erfahren in den letzten Jahren jugendliche Straftäterinnen. Die Schlagzeilen berichten über immer mehr Kriminalität durch Mädchen insbesondere über Mädchen, die gewalttätig sind. Im Unterschied zu prügelnden Jungen entrüsten prügelnde Mädchen augenscheinlich in besonderem Maße; ein Pressemedium fragt entsprechend: „Was ist aus dem braven Geschlecht geworden?“.
Solche Meldungen über bedenkliche Entwicklungen bei jungen Menschen mündeten bereits vor einigen Jahren in die Forderung an die (Kriminal-)Politik nach raschen Maßnahmen, z. B. in Form der Verschärfung des Jugendstrafrechts. Die kriminologische Forschung jedoch widmete sich zunächst einer genauen Analyse des Phänomens und kam zu Ergebnissen, die das Ausmaß der (vermeintlichen) Problematik „Jugendkriminalität“ überwiegend relativierten.

Abschlussbericht Auswertung der PKS - Mädchengewalt

Raubüberfälle auf Geldinstitute durch alleinhandelnde Täter – Eine phänomenlogische Untersuchung (2012)

Auszug aus den Ergebnissen der Untersuchung

Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war, das Wissen über das Phänomen der Raubüberfälle auf Geldinstitute durch alleinhandelnde Täter zu vertiefen, um aus diesem verbesserten Verständnis heraus Ansatzpunkte für die Optimierung der Ermittlungs- und Fahndungsarbeit der Polizei ableiten zu können.
Zu diesem Zweck wurden zunächst die Daten zur Person der Täter analysiert und bezüglich der körperlichen Eigenschaften sowie der Familienverhältnisse mit allgemeinen Bevölkerungsdaten verglichen. Dabei zeigte sich sehr deutlich, dass sich die Bankräuber hinsichtlich ihrer körperlichen Merkmale nicht von der allgemeinen Bevölkerung unterschieden.

Abschlussbericht - Raubüberfälle auf Geldinstitute

Senioren und Kriminalität - Eine Analyse unter Berücksichtigung demografischer Entwicklungen (2004)

Die vorliegende Analyse geht der Frage nach, ob und inwieweit der demografische Wandel auf das Kriminalitätsgeschehen und damit auf die polizeiliche Aufgaben Einfluss nimmt. Dazu untersuchte die KKF die Verläufe der demografischen und der Kriminalitätsentwicklung. Ziel: Parallele oder ähnliche Verläufe zu identifizieren, aus denen sich unter Berücksichtigung der Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung bis 2020 Hinweise auf das zukünftige Kriminalitätsgeschehen sowie polizeilicher Handlungsbedarf ableiten lassen. Den Schwerpunkt der Untersuchung bildet der Vergleich der Bevölkerungsdaten mit den in der PKS ausgewiesenen Opfer- und Tatverdächtigendaten des Zeitraums 1994 bis 2003 für die Bevölkerungsgruppe der ab 60-Jährigen.

Abschlussbericht Senioren und Kriminalität

Trends der Kriminalität in NRW - Eine Zeitreihenanalyse unter Berücksichtigung demographischer und ökonomischer Entwicklungen (2006)

Eine der zentral zu behandelnden Fragestellungen ist, inwieweit die dokumentierten Entwicklungen im Hellfeld ein Abbild der Entwicklungen im Dunkelfeld darstellen. Für die Kriminalitätskontrolle ist es von grundlegender Bedeutung, ob Veränderungen im Hellfeld auf Veränderungen des tatsächlichen Kriminalitätsgeschehens oder auf eine verstärkte Aufhellung des Dunkelfeldes zurückzuführen sind. Hierzu werden in einem ersten Schritt Zeitreihen deliktsspezifischer Häufigkeitszahlen und Tatverdächtigenzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik NRW sowie Verurteiltenraten der Strafverfolgungsstatistik der Jahre 1985 bis 2003 dargestellt. Aus der Gegenüberstellung dieser beiden Datenbestände können erste Hinweise für die Beantwortung der genannten Fragestellung gewonnen werden.

Abschlussbericht Trends der Kriminalität in NRW